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Geschichte des W126

In vieler Hinsicht stand die neue S-Klasse, Premiere auf der IAA Frankfurt 1979, auf der Nahtstelle zwischen gestern und morgen im Rückgriff auf Gestandenes und im behutsamen Zugriff auf technisches Neuland. Gleichwohl war der W126 ein Erfolgstyp und erwies sich in zwölf Jahren Bauzeit mit 818036 Exemplaren als der auflagenstärkste große Mercedes bislang.

Wieder deckte der Begriff S-Klasse ein breites Spektrum ab: Anfangs gab es sieben Modellvarianten mit vier Motorisierungen vom 280S ( Sechszylinder, Vergaser,156PS ) bis zum 500SEL ( V8, Einspritzer, 240PS ). Wie längst eingespielt standen zwei Karosserievarianten zur Verfügung. Der SE als Normal- & der SEL als Langversion mit einem um 140mm verlängertem Radstand. Wiederum profitierten allein die Reisenden im Fond hiervon welcher zudem durch breitere Türen betreten werden konnte.

Drei Leitlinien wurden den Konstrukteuren mit auf den Weg gegeben: Der Neue sollte komfortabler,sicherer und sparsamer sein denn längst setzte die S-Klasse in Sachen Komfort weltweit Maßstäbe. Auch was die Sicherheit anbelangte verkörperte die Modellreihe den letzten Stand der Forschung, da die Passagiere selbst einen versetzten Frontalaufprall ( offset crash ) aus Tempo 55 unversehrt überstanden.

Blieb das dritte Gebot: Sparsamkeit. Zehn Prozent Minderverbrauch wurden verheißen. Die Karosserien wurden im Windkanal optimiert, überflüssige Pfunde wo immer es ging durch die Verwendung von Kunststoff und Leichtmetall abgespeckt. Aus diesem bestehen die Kurbelgehäuse der beiden Achtzylinder, des Fünfliters, der bereits im 450SLC 5.0 Dienst getan hat, und eines 3,8-Liters, der auf dem bisherigen Aggregat mit 3,5 Litern fußte. Zunächst unverändert blieb der 2,8 Liter Sechszylinder mit Vergaser oder Einspritzung.

Auf der IAA 1981 fand sich neben der Limousine ein wohlgefomtes Coupe', welches ausschließlich mit den beiden V8 Triebwerken, denen man im Rahmen des Mercedes-Benz Energiekonzepts mehr Genügsamkeit anerzogen hatte , erhältlich war.

Wieder in Frankfurt, im September 1985 präsentierte sich die S-Klasse im Rahmen einer Modellpflege vollkommen renoviert. Das Begann bereits beim äusseren Erscheinungsbild, tiefer herabgezogenen Schürzen für mehr Abtrieb vorn und besserer Kanalisierung der Luft hinten sowie einem glatten Flankenschutz. ( Szenebegriff: Sacco-Bretter ). Neu, oder zumindest kräftig retuschiert waren die Triebwerke. Zwei Sechszylinder-Einspritzer mit 2,6 und drei Litern Hubvolumen wurden der Mittelklassebaureihe W124 entlehnt und verdrängten den in Ehren ergrauten 2,8 Liter Motor.Der 3,8 Liter wurde auf 4,2 Liter aufgebohrt. Der Fünfliter leistete nun dank elektronischer Zündung und elektronisch-mechanischer Bosch Jetronic 245PS, fünf mehr als in seinen stärksten Zeiten zuvor. Das erstmalige Vorkommen der Typenbezeichnungen 560SEL & SEC bezeugte die Existenz eines neuen V8 Triebwerks mit 5,6 Litern Hubvolumen und 272PS, mit höherer Kompression auch 300PS.

Die nicht flächendeckende Versorgung mit bleifreiem Kraftstoff fing man damals mit Zwischenlösungen auf.

Erst im September 1986 erhielten alle Ottomotoren von Daimler-Benz den geregelten Katalysator. Daneben war es allerdings immer noch möglich Fahrzeuge ohne Abgasreinigung zu bestellen. In den Innovationsschub jenes Jahres einbegriffen war auch der Exot in der S-Klasse Familie. Aus dem 300SD, Sonderangebot für den nordamerikanischen Markt( zur Erfüllung der Importquoten mußte ein bestimmer Prozentsatz an Fahrzeugen damals mit Dieselmotoren ausgerüstet sein ) wurde der 350SDL mit verlängertem Radstand und einem Turbodiesel mit sechs Zylindern, der 150PS leistete.

Nach dem Pariser Autosalon ein Jahr später war auch der stärkste Vertreter dieser Baureihe der 560er als SE Variante erhältlich, während der 350SDL ab Juni 1989 mit mehr Hubraum und einem besseren Drehmoment, aber dafür mit 14PS weniger aufwartete, die der Abgasrückführung und einem Oxidationskatalysator zum Opfer gefallen waren. Ab Juni 1990 gab es die Alternative zum 350SDL den 350SD, als letztes Glied in einer evolutionären Kette, aus der immerhin 97546 Dieselfahrzeuge hervorgegengen sind.

Die Produktion der Baureihe W126 wurde am 27. August 1991 nach zwölf Jahren Bauzeit eingestellt.





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